Spread und Hebel einfach erklärt
Jeder Trade hat Einstiegskosten namens Spread und einen Größenmultiplikator namens Hebel. Wer beide versteht, weiß genau, was er zahlt und was er riskiert; wer sie ignoriert, wird von Zahlen überrascht, die er nie gerechnet hat.
Der Spread: die Lücke zwischen zwei Kursen
Jedes Instrument hat im selben Moment zwei Kurse:
- Bid, der Kurs, zu dem Sie verkaufen.
- Ask, der Kurs, zu dem Sie kaufen, immer der höhere.
Der Spread ist die Differenz, gemessen in Pips. Zeigt EURUSD 1.1500/1.1501, beträgt der Spread einen Pip. Deshalb startet jede Position leicht im Minus: Gekauft zu 1.1501, sofortiger Verkaufskurs 1.1500, profitabel wird der Trade erst, wenn die Bewegung die Einstiegskosten übersteigt.
Was diese Kosten in Dollar bedeuten, folgt der Positionsgröße: Ein Pip Spread kostet 1 $ beim Mini-Lot und 10 $ beim Standard-Lot, siehe Pip-Wert erklärt. Spreads gibt es variabel, er verengt und weitet sich mit der Liquidität, und fest im Rahmen eines Kontomodells. Variable Spreads können um große Nachrichten und zur Marktöffnung deutlich aufgehen.
Der Hebel: mehr Größe für weniger Margin
Der Hebel erlaubt eine Position größer als das Guthaben, indem ein kleiner Teil davon als Margin reserviert wird:
- Erforderliche Margin = Positionswert ÷ Hebel
Beispiel bei 1:100: Eine Position von 0.10 Lot EURUSD (rund 10.000 Euro wert) reserviert nur etwa 100 Euro Margin.
Der entscheidende Punkt: Der Hebel ändert den Pip-Wert nicht. Gewinn und Verlust werden auf die volle Positionsgröße (10.000 Einheiten) gerechnet, nicht auf die reservierte Margin. Darum bewegt sich Ihr Ergebnis relativ zum Guthaben schnell, in beide Richtungen gleichermaßen.
Ein Beispiel, beide Begriffe zusammen
Ihr Guthaben: 500 $. Sie eröffnen 0.10 Lot EURUSD mit 1:100 (Margin ≈ 115 $, Pip-Wert 1 $):
- Den Spread zahlen Sie beim Einstieg: ein Pip = ein Dollar.
- Der Kurs läuft 60 Pips für Sie: +59 $ netto (rund 12 % des Guthabens).
- Der Kurs läuft 60 Pips gegen Sie: −61 $ (ebenfalls rund 12 % des Guthabens).
Eine völlig gewöhnliche Tagesbewegung hat das Guthaben um zwölf Prozent verschoben. Das ist der Hebel: ein Verstärker von Ergebnissen, kein Erzeuger von Gewinnen.
Praktische Regeln
- Verfügbarer Hebel ist eine Obergrenze, kein Ziel: Sie können jederzeit weit kleiner handeln, als er erlaubt.
- Behalten Sie das Margin-Niveau der Plattform im Blick; fällt es zu tief, droht Zwangsschließung zu den veröffentlichten Stufen Ihres Kontos.
- Setzen Sie den Stop-Loss vor dem Einstieg und leiten Sie die Größe aus dem akzeptierten Verlust ab, nicht aus dem Maximum, das die Margin zulässt.
- Rechnen Sie den Spread in Ihren Plan ein, besonders bei vielen kurzen Trades.
Kurz gefasst
- Der Spread ist der Einstiegspreis: die Bid-Ask-Lücke, fällig bei jedem Trade.
- Der Hebel kauft Größe mit weniger Margin und skaliert Gewinn wie Verlust identisch.
- Der Pip-Wert folgt der vollen Positionsgröße, nicht der Margin.
- Größenkontrolle und Stop-Loss machen aus dem Hebel ein Werkzeug statt eines blinden Risikos.
Spreads und Margin-Stufen jedes Kontotyps stehen in den Handelsbedingungen; probieren Sie sie im Demokonto aus und lesen Sie den vollständigen Risikohinweis.